Echte Elternzeit
BabyNoGoArea Polyliminio Wasserfälle

BabyNoGoArea Polyliminio Wasserfälle

Strandtage in Gialova und Vorfreude

Die letzte Woche verbrachten wir unaufgeregt in Gialova. Wir hatten mal eine Zeit ohne Fotoapparat, weil es dort irgendwie nicht super spektakulär war aber eben schön. Ein bischen wie Gythio. Ein schöner Strand, ein naher Ort mit Restaurants und hin und wieder Wind zum surfen. Auch wenn ich da immer noch nicht viel weiterkomme und mehr fluche als surfe.

 

Recht nah davon sind die Polylimnio Wasserfälle gelegen. Ach was habe ich mich darauf gefreut! Der Reiseführer für eine Wohnmobilrundtour auf dem Peloponnes empfahl so eindringlich diese Wasserfälle zu besuchen und auch einige andere Wohnmobilisten, die uns begegneten sprachen begeistert davon. Also planten wir von Gialova dorthin und von dort zumnächsten Ziel zu fahren. Ich gestehe ein bischen war ich auch voller Vorfreude mein neuestes Kleid vor so einer prächtigen Kulisse für den Blog in Szene zu setzen.

Polylimnio Wasserfälle

Der zugehörige Parkplatz ist kaum zu verfehlen, alles super ausgeschildert. Dann ein 4m breiter Weg teils wunderhübsch gepflastert, den man etwa 300 m bergab läuft.  Bei der Hitze sind 300 m zwar gefühlt 3 km aber alles wunderbar zu machen, auch mit Kind vor den Bauch geschnallt.

 

Tja bis man dann die ersten Wasserfälle hört und sie gerade so in Sichtweite kommen.

 

Ein jähes Ende des Weges und plötzlich nur noch ein schmaler Pfad. Rechts eine Felswand, links ein Abhang, dazwischen große Felsen um die man herumsteigen muss und rutschige Kiesel auf denen man weiterhin bergab gehen muss. Gar kein Problem für Erwachsene und für große Kinder vermutlich ein aufregendes Abenteuer.

Für Babyeltern nach unserem Bauchgefühl zu gefährlich.

 

Naja aus der Ferne konnten wir zumindest einen Blick auf die ersten beiden Wasserfälle werfen. Die sind echt toll, zumal sich darunter kleine Becken gebildet haben, in denen man wunderbar schwimmen kann. Da die Einheimischen dies auch tun, scheint es ungefährlich zu sein. Wir sahen ein paar Leute im Wald dahinter verschwinden, es muss also noch deutlich weitergehen und mehr zu sehen sein und der Keidung der Griechen nach auch noch mehr zu baden sein.

Kein Hinweis auf Begehbarkeit

Natürlich sollte dieser Ort genauso bleiben wie er ist. Dieses naturbelassene Wander- und Badevergnügen ist großartig und ich freue mich, dass es solche Ecken noch gibt.

 

Warum aber gibt es in Reiseführern keine Hinweise darauf was für Eltern empfehlenswert ist und was eher nicht? Was wäre so schwer daran einen Satz einzufügen: „Nicht barrierefrei, nur mit größeren wanderfesten Kinden geeignet.“? Oder auch ein Schild oben am Parkplatz, bevor man sich den Weg hinunterbegibt, den man ja auch wieder hoch muss.

 

Babyeltern sind ja nur eine Gruppe von Menschen für die solche Hinweise sinnvoll sind. Allmählich bekomme ich eine Ahnung welche Hürden Rollstuhlfahrer jeden Tag vor sich haben. Wobei man so drastisch gar nicht denken muss, wir sind schliesslich eine alternde Gesellschaft und mit dem Alter geht bei den meisten auch eine geringere Beweglichkeit einher. In Deutschland wird ja schon viel getan aber selbst da spürte ich in der späteren Schwangerschaft und danach mit Kinderwagen WIE schlimm jeder einzelne Bahnhof ohne Fahrstuhl ist. Hier in Griechenland ist das alles um ein vielfaches schwieriger. Da wundert es mich jetzt auch nicht mehr, dass ich in fast 3 Monaten hier keinen einzigen Rollstuhlfahrer, keine Senioren mit Gehhilfe und nur sehr selten Mütter mit Babys gesehen habe. Diese Personengruppen sind hier nicht annähernd so normaler Teil des Strassenbildes wie in Deutschland.

Status Barrierefreiheit in Europa

Nicht zum ersten Mal sind wir hier über Hürden gestolpert und ich frage mich allmählich, ob Griechenland eine negative Ausnahme ist oder Deutschland eine positive Ausnahme?  Haben wir nur ein unglückliches Händchen bei der Auswahl des Reiseführers und unserer Ausflugsziele gehabt? Sind wir zu memmig unterwegs?

 

Wie steht es tatsächlich mit der Barrierrefreiheit in Europa?

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