Echte Elternzeit
Ein Reiseplan wird überschätzt

Ein Reiseplan wird überschätzt

Chiemsee

Zu unserer ersten Station Chiemsee habe ich nicht viel geschrieben, weil es da irgendwie nicht viel zu schreiben gibt. Wir waren dort weil wir ohne Autopapiere Detschland nicht verlassen wollten und die Zulassungsstelle einfach nicht aus dem Quark kam. Unser Reiseplan beinhaltete diese Station also nur aufgrund äusserer Zwänge. Eigentlich war das aber ganz gut, dieser See ist so entsetzlich langweilig, dass wir so richtig runterkamen vom gewohnten Leben. Hätten wir nie so eingeplant, erwies sich aber als sinnvoll. Endlich endlich können wir jetzt aber so richtig losreisen, also über die Alpen nach Italien bis Venedig.

 

Über die Alpen
Über die Alpen

Ausgebuchte Fähren

Ursprünglich wollten wir eine Woche oder zwei in Venedig bleiben und dann mit der Fähre nach Griechenland. Vom Landweg nach Griechenland wurde uns von vielen Seiten abgeraten, Albanien soll selbst zur Durchreise gefährlich sein und zugegeben mit Baby sind wir nicht allzu risikofreudig. Wir gingen davon aus, eine Fähre sei relativ kurzufristig buchbar und versuchten, nachdem wir ein Abreisedatum hatten, eine online zu buchen. Denkste. Auf Monate hinaus alles ausgebucht, zumindest für Autos über 6m Länge, unser Monster ist eben ein Monster. Fast hätten wir unseren gesamten Reiseplan umgestellt auf „nur“ Italienumrundung und dann an der Mittelmeerküste weiter.

Auf dem Campingplatz am Chiemsee kam ich mit einigen Carthagoeignern ins Gespräch, diese Dinger sind ja noch gigantischer. Sie rieten uns einfach an den Hafen zu fahren, meist gäbe es dann doch noch Platzkontingente. Also folgten wir diesem Rat und fuhren in der Früh zum Hafen. Tatsächlich bestätigte man uns dort, dass nicht der gesamte Platz online vergeben wird. Wenn wir gleich heute fahren wollen, könne man uns gerade noch mitnehmen. Große Freude über die Rettung unserer Griechenlandpläne mischt sich mit Bedauern über den Ausfall von Zeit in Venedig. Da wir unser Glück nicht strapazieren wollten, schifften wir uns ein. Nun ja, so sieht sie übrigens aus, die online restlos ausgebuchte Fähre auf der wir nur mit unfassbar viel Glück einen Platz ergattern konnten.

Eine völlig ausgebuchte Fähre
Eine völlig ausgebuchte Fähre

Weniger planen, mehr durchwurschteln

Ich würde sagen meine Gewohnheit alles bis ins Detail durchplanen zu müssen, die vielleicht eine Berufskrankheit ist, hat hier mal so richtig den Mittelfinger gezeigt bekommen. Man glaubt ja immer unsere digitalisierte Welt sei so durchgetaktet und berechenbar, nur mit ausgetüfteltem Reisplan würde alles klappen. Dann muss man erkennen, viele Dinge laufen im Gespräch mit echten Personen dann doch um Längen besser.

Nun denn, so winken wir Venedig zumindest aus der Ferne und freuen uns auf Griechenland. Statistisch gesehen gibt es dort von Mai bis Ende Juli ziemliche Windsicherheit, nicht umsonst fanden dort schon Weltmeisterschaften statt. Ich freue mich auf viel Wasserzeit und hoffe endlich einige Manöver üben zu können bis sie sitzen. Habe ich damit etwa schon wieder einen Plan!?

Venedig in der Ferne
Venedig in der Ferne

 

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