Echte Elternzeit
Hyeres und die Provence

Hyeres und die Provence

Hyeres

Nach Monaco und Menton waren wir irgendwie stadtgesättigt. Nizza fiel dem zum Opfer und statt dessen sattelten wir auf und starteten Richtung Leucate.

 

Auf halben Weg dorthin gibt es einen weiteren sehr bekannten Surfspot- Hyeres. Auch dort wollten wir natürlich gerne einmal aufs Wasser. Es sollte nicht sein. Zum einen war kein Wind, zum anderen fanden wir keinen Campingplatz der krabbelkindgeeignet war. Die Stellplätze selbst alle geschottert und der eine Spielplatz, der sich fand war mit Steinen statt Sand gefüllt (wtf???) . Wir blieben sogar zwei Nächte und nutzten den Tag dazwischen, um sämtliche Plätze der Gegend abzuklappern. Erfolglos. Immerhin fanden wir im Surfshop einen klasse gebrauchten 4m Mast, der unseren gebrochenen ersetzt und nur die Hälfte wie neu kostete. Dann leider ohne Wasserzeit Aufbruch, voll optimistisch in Leucate surfen zu können bis uns die Arme abfallen.

 

Leider sprang uns ein Stoffgeschäft in den Weg und erwies sich als vehementer Gegner zügiger Durchfahrten. Sohnemann zog die Zeit dort natürlich trotzdem eisern von seinem Geduldskonto ab. Somit schafften wir nur etwas mehr als hundert, statt der 340km und fuhren am Punkt nachdrücklicher Kindsbeanstandungen den nächst besten Campingplatz an.

Maussane-les-Alpilles

Am Morgen darauf wies uns Google beim Kaffee daraufhin, in einer überaus beliebten Tourismusgegend gelandet zu sein. Eine gewisse Provence lag uns zu Füssen. Also erneut umgeplant und statt dem Auto die Fahrräder abfahrtbereit gemacht. Ein weiser Entschluss, der mit einem tollen Tag belohnt wurde.

 

Unser Weg führte uns durch Les Alpilles, ein kleines Bergmassiv, das wir einmal umrundeten. Immerhin 400 Höhenmeter rauf und wieder runter und diesmal hielt die Fahrradkette. Die meiste Zeit fuhren wir im Schatten alter Nadelbäume und vorbei an Olivenplantagen und Weinreben. In dieser Gegend sind noch mehr Radler unterwegs als in der Emilia Romagna und so sind auch hier die Autofahrer den Anblick gewohnt und fahren ganz überwiegend sehr rücksichtsvoll. Geht also gut mit Kinderanhänger, auf dem Foto unten rechts zu finden.

Saint Remy de Provence

Auf der anderen Seite der Berge liegt der Ort Saint Remy de Provence. Wir hatten Glück, es war Markttag und Vormittags einiges los in dem kleinem Ort. Ab Mittag kehrte aber schlagartig eine wunderbare Ruhe ein, die geradezu Sonntagsstimmung in sich trug.

 

Wir streiften wieder ziellos durch die Gassen. Wir können wohl nicht mehr leugnen eine gewissen Vorliebe für kleine alte Städtchen zu haben, in deren Gassen man sich ein wenig verlieren kann. Auch hier geht das ganz wunderbar und obendrein gibt es überall Käse-, Salami- und Pattisseriespezialitäten für den vollendeten Genuss eines Tages.

Auf dem Bild ist übrigens die Fontaine Nostradamus zu sehen. Trotz Kühlung der Handgelenke in dessen Wasser, hatte allerdings niemand von uns bisher düstere Vorahnungen.

 

Der Ort hat sich überaus der Kunst verschrieben, ich glaube ich hab in meinem ganzen Leben noch nicht so viele Galerien gesehen, wie hier allein in einer Strasse.

Ursache dürfte der Aufenthalt des Malers van Gogh sein, der hier 1879/1880 einige Zeit zur Kur verbrachte. Ihm ist auch ein Museum gewidmet, dessen Treppe allein zum Eingang uns jedoch von einem Besuch abhielt.

 

Unser Rückweg führte auf der anderen Seite der Alpilles vorbei und dabei am Spazierweg von Van Gogh entlang.  Die Schönheit dieser Region hat ihn wohl zu zahlreichen Bildern inspiriert.

 

Als wäre wundervolle Natur, eine malerischen kleine Stadt und jede Menge Kunst nicht genug, stiessen wir auch noch auf die Ausgrabungsstätte einer altrömischen Siedlung. Die Hitze des Tages siegte jedoch über unseren Bildungsdrang und liess uns am imposanten Eingangsportal vorbeiradeln.

Eine so vielseitige Radtour habe ich noch nie erlebt. Schon nach diesem kurzen Aufenthalt in der Provence kann ich diese Region besonders für radelnde oder wanderlustige Familien nur ausdrücklich empfehlen.

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