Echte Elternzeit
Korinth

Korinth

Zwischen dem Peloponnes und Athen kommt man unweigerlich an Korinth vorbei. Streng genommen gibt es das neue und das alte Korinth und beides wird übertronth von Acrocorinth.

(Wer hauptsächlich an textilen Künsten interessiert ist, scrolle einfach hinunter zu Acrocorinth und #Imademyclothes)

Das neue Korinth

Nicht wahnsinnig spektakulär aber eine nette kleine Stadt am Meer, die bei uns mit ihrer kinderwagenfreundlichen Fussgängerzone gepunktet hat. Mit Schwiegereltern konnten wir hier entspannt flanieren .

 

Das alte Korinth

Schon ein wenig spannender. Auf dem Weg nach Athen hatten wir hier im Camper Stop eine Nacht verbracht. Der Tempel des Apollon ist von dort aus fussläufig zu erreichen und (jetzt kommt der Knaller) im Gegensatz zu Athener Akropolis auch mit dem Kinderwagen problemlos zu besichtigen! Eintritt ist mit 8€ pro Erwachsenen vertretbar. Es gibt eine Art Rundlauf dem man folgen kann und der überall mit Rampen die verschiedenen Ebenen der Ausgrabung erreichbar macht.

Apollontempel

Ganz toll für Kinder: es gibt nur ganz wenig abgesperrte Bereiche, an vielen Stellen kann man sich frei zwischen den alten Steinen bewegen, sie anfassen oder sich auch drauf setzen. Mit den Fingern die Steinmetzkunst an über 2000 Jahre alten Säulen zu erfühlen, ist Geschichte zum anfassen. Da kann eine Säule auch mal zum Thron umfunktioniert werden und mal ein herrschaftliches Gebaren getestet werden.

Tempel des Apollo

Auch ein kleines Museum gehört dazu, in dem die fragileren Stücke zu sehen sind. Hier kann man eine kleine Sonnenpause einlegen, die nach dem sonnenverbranntem Gelände wirklich gut tut.

Apollontempel MuseumAcrocorinth

Mein persönliches Highlight der letzten Wochen! Bereits seit der Jungsteinzeit gab es auf diesem fast 600m hohem Tafelberg Siedlungen. Während der letzten 2000 Jahre wurden immer wieder Befestigungsanlagen auf-, aus- und umgebaut, dazwischen von Erdbeben und Belagerern zerstört. So sammelten sich hier Architekturen verschiedenster Epochen und eine beeindruckende 2km lange Mauer die das gesamte Areal umschließt.

Acrocorinth Anfahrt

Schon bei der Fahrt hinauf bleibt stockt einem fast der Atem vor Ehrfurcht. Spätestens wenn man auf dem Parkplatz steht und über Korinth hinweg auf das Meer blickt, bleibt nur Staunen.

Achtung falls ihr kleine Wildfänge im Auto habt – erst selbst aussteigen und Kinder an die Hand. Der Parkplatz ist ein ungesicherter Abhang.

Acrocorinth Parkplatz

Nach 15 Uhr ist der Parkplatz leer und uns hat weder Schild noch Person vom Übernachten abgehalten. Der Sonnenuntergang vor dieser Kulisse ist spektakulär und taucht die Mauern in unvergleichliche Farben.

Acrocorinth im Abendlicht

Täglich von acht bis 15 Uhr ist das Gelände geöffnet und kostet keinen Cent Eintritt! Wer im Camper unterwegs ist, sollte vor allem in den Sommermonaten hier auch wirklich übernachten und gleich am Morgen um acht am Tor stehen. Die Nacht ist hier oben zwar wunderbar kühl aber mit Sonnenaufgang beginnen die Steine bald zu glühen. Der frühe Vogel fängt hier zwar auch keinen Wurm, rettet sich aber vor dem Sonnenstich.

Acrocorinth mit Baby

Der Nachteil am kostenlosen Zutritt, ist das völlige Fehlen von Hinweisschildern, Instandsetzung von Wegen oder Sicherung von Abgründen. Dadurch kann man sich zwar hier ganz wunderbar einem Indiana Jones oder wahlweise Lara Croft Gefühl hingeben aber für Kinder sind maximal die beiden unteren Ebenen geeignet. Mein Mann, der den Kleinen in der Trage dabei hatte, blieb auf dem mittlerem Plateau und liess mich allein aufsteigen. Auch bis dorthin sind schon mindestens sehr gescheite Schuhe empfehlenswert. Der Weg hat eine deutliche Steigung und besteht aus glatten Steinen, die spätestens beim Rückweg durchaus tückisch sind.

Acrocorinth Ruhepause

Die letzte Etappe ganz nach oben ist schließlich nur noch eine steile,  vom Regen ausgewaschene Rinne mit losen Steinen in der Mitte, die gerne unter dem Fuss wegrollen. Ist man dann oben, gibt es dort keine Geländer, die den Weg vom tiefen Abgrund trennen. Zwar breit genug, um nicht wirklich gefährlich zu sein aber schmal genug, um hier auf keinen Fall ein Kind dabei zu haben, dass sich vor Aufregung von der Hand losreist. Also keine Option mit jüngeren Kindern.

Abgrund in Acrocorinth

Trotzdem eine ausdrückliche Empfehlung, denn auch die Teile die zumindest mit etwas Vorsicht zu begehen sind, sind wirklich beeindruckend!

Acrocorinth und #Imademyclothes

Als wir am Morgen mit dieser brachial faszinierenden Aussicht aufwachten, empfand ich es als absolut unpassend, diesen Ort in banaler Camperkluft zu betreten. Ein völlig bescheuerte Idee aber der Ort verdient ein Kleid mit Drama. Natürlich ein selbstgenähtes.

Maxikleid selbstgenäht

Dieses Maxikleid von Burda habe ich vor zwei Jahren genäht und das erste Mal in Venedig getragen, es ist also verwöhnt was seine Bestimmungsorte angeht. In diesem Kleid bei Gluthitze unwegsame Pfade hinaufzukraxeln ist durchaus beschwerlich aber vermutlich nichts gegen die Anstrengung dort mit Rüstung hoch zu müssen, wenn der Feind näher rückt.

Maxikleid DIY

Im Nachhinein freue ich mich unfassbar über die tollen Fotos. Besonders über das letzte. Da mein Gatte mit Kind auf halber Strecke kapitulieren musste, blieb hier nur der Selbstauslöser mit einer Kamera auf einem wackeligen Stein. Ich hatte 12 Sekunden um in Position zu gehen und dabei nicht den einen Schritt zu weit zu gehen. Hinter mir geht es sicher 50m runter bis zur letzten Verteidigungsmauer.

Liebe Kinder macht nicht alles nach was ihr im Internet seht!

…und wenn doch, tragt dabei vernünftige Schuhe!!!

3 Gefällt mir

2 thoughts on “Korinth”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.