Echte Elternzeit
Magisches Mystras

Magisches Mystras

Von Korinth wollten wir einmal quer über den Peloponnes an die gegenüberliegende Küste. Da wir keine so lange Etappe am Stück fahren können, suchten wir nochmal nach einem schönem Etappenziel. Mystras war eine Empfehlung eines Campingplatzführers, den wir auf Elafonisos in die Hand gedrückt bekamen. Liegt perfekt in der Mitte unseres Weges und erwies sich als absolut lohnenswert. Hätte uns eher auffallen können, wir waren ja bereits ins Sparta und Mystras liegt direkt daneben.

 

Nur zwei Kilometer unterhalb des Berges gibt es einen hübschen kleinen Campingplatz, der sogar über den Luxus eines Swimmingpools verfügt. Wunderbar familienfreundlich ist der ansonsten schlichte Pool an einer Seite nur knietief auf der anderen Seite tief genug, dass Mama  eindrucksvoll ihrer Köpperkünste präsentieren kann. Von hier aus kann man Morgens zeitig hinauf zum Haupteingang von Mystras. Auch hier gilt: Wasser mitnehmen, Sonnenschutz tragen und möglichst die kühleren Vormittagsstunden nutzen.

 

Mystras ist eine byzantinische Ruinenstadt, also ein ganzer Berg voller sakraler Gebäude, ehemalige Wohnhäusern und Verteidigungsanlagen in verschieden gutem Zustand.

 

Es gibt zwei Eingänge. Zuerst den Haupteingang, von dem aus kann man den gesamten Berg erwandern oder nur „kleinen“ Rundkurs laufen und dann noch ein Stück mit dem Auto zum zweiten Eingang fahren und nur die letzte Etappe zur Festung hinauf wandern.

Wir entschieden uns für die leichtere Variante. Der Eintritt ist mit 12 € pro Erwachsenem vertretbar, zumal man später gut sieht wo es investiert wird. Ich finde gut eingesetztes Geld.

 

Schon wenn man durch den Haupteingang hindurch ist, gibt es einen tollen Blick hinauf. Ein bisschen ehrfürchtig beginnen wir den Aufstieg. Der Berg ist schon ganz schön hoch, wenn man 10 kg Kind vor den Bauch geschnallt hat.

 

Gleich zu Beginn gibt es vollständig erhaltene oder zumindest großartig restaurierte Gebäude zu sehen, die noch mitten im Leben zu stehen scheinen.

 

Die Wege sind gut und sehr oft im Schatten, also sowohl mit Kind in Trage als auch für kleine Kinder gut zu erlaufen. Kinderwagen ist auch hier keine Option aber das kann man auf einem bewaldetem Berg wohl auch nicht erwarten.

 

Alle paar Meter gibt es eine Kirche, eine Ruine oder eine der ehemaligen Verteidigungsmauern zu sehen. Nirgends gibt es Absperrungen oder Zäune, kleine Entdecker dürfen alles frei erkunden.

 

Wer von alten Gemäuern nicht ganz so sehr zu beeindrucken ist, kann auch auf (Foto-) Jagd nach Eidechsen gehen. Wir haben drei verschiedene entdecken können, die sich auf den Steinen sonnten aber auch enorm schnell davon flitzten wenn sie sich beobachtet fühlten. Mir ist nur ein passables Foto von den hübschen Tieren gelungen.

 

Eidechsen in Mystras

Das Lichtspiel in den kühlen Gemäuern mit dicken Wänden und eher kleinen Fenstern sorgt für eine ganz eigene Stimmung.

 

In den vollständigeren Gebäuden sind häufig sogar noch Malereien an den Wänden zu entdecken. Unglaublich wie lange die Farben ihre Strahlkraft behalten.

 

Früher einmal muss jeder Zentimeter mit kunstvollen Verzierungen bedeckt gewesen sein.

 

Mystras-Deckenkunst

Unübersehbar sind die stetigen Arbeiten an der gesamten Anlage. Man ist sichtlich bemüht möglichst viel, möglichst lange zu erhalten.

 

Mystras-Restauration

Obwohl wir ja eigentlich immer zu Dritt unterwegs sind,  gibt es kaum Bilder von uns allen gemeinsam. Hier wollte ich unbedingt ein Selfie haben. Wieder half ein Felsen und der Selbstauslöser. Klar, genau dann wenn man denkt das Foto wurde gemacht, bewegt man sich komisch und erst DANN löst die Kamera aus. Nunja, ein ganz natürliches, spontanes Bild eben, mit absolut geradem Horizont und perfekter Schärfe im Zentrum

🙂

 

Die letzte Etappe hinauf besteht aus vielen Treppen, aus sehr vielen Treppen. Der Tag geht durchaus als Konditionstraining durch!

 

Mystras-Treppen

Das Highlight des unteren Rundganges ist das Kloster Pantanassa.

 

Mystras-Pantanassa Hier eröffnet sich dem keuchendem Wanderer eine unglaubliche Aussicht hinunter auf Sparta und die weiten Ebenen, die sich unter einem erstrecken.

 

Ausblick-Kloster-Pantanassa

Das Kloster ist sogar noch tatsächlich bewohnt.

(Ich hab mal irgendwo gelesen Catcontent geht immer!?)

Bewohner-Kloster-Panatanassa

Nach Pantanassa geht es wieder abwärts, mittelalterliche Serpentinen im Schatten vieler Bäume.

 

Mystras-Wege-abwärts

Vorbei an vielen kleineren Ruinenresten in denen sich die Natur ihr Gebiet zurückerobert.

 

Mystras-Ruinen-Wohnhäuser

Immer wieder öffnet sich der Blick auf ein phantastisches Panorama.

 

Mystras-Ausblick

Am Ende des Rundweges, kann man sehr zufrieden mit sich nocheinmal nach oben blicken. Wir finden eine beachtliche Vormittagsleistung.

 

Mystras-Rundwegende

Unsere Wanderschuhe haben sich hier mal wieder bewährt. Klar es gehen auch Sportschuhe aber diese Dinger geben einfach besseren Halt. Ja das ist jetzt Werbung aber ich habe in Acrocorinth und jetzt auch hier Leute mit Flip Flops gesehen, tut euch das nicht an. Gerade wenn man einen Zwerg mit sich rumträgt und manchmal die eigenen Füsse nicht so genau sehen kann, läuft man damit echt sicherer.

 

Mystras-Wanderschuhe

Leider hat unser Kleiner dann genug vom rumgetragen werden. Unsere Trage ist zwar insgesamt großartig aber bei großer Hitze ist die kuschelige Nähe zweier Körper ausnahmsweise mal nicht so toll. Wir machen uns gerade auf die Suche nach einer besseren Lösung für Sommerwanderungen. Jedenfalls gab es lautstarken Protest als wir mit dem Auto am oberen Parkplatz ankamen und ihn wieder hineinsetzen wollten. Die obere Festung bleibt uns also für einen Besuch, an dem Sohnemann selber laufen kann.

Sollten wir zukünftig  jemals auf dem Peloponnes sein und uns einen ruhigen Abend wünschen, werden wir nochmal da hoch wandern. Ich wette jedes Kind schläft danach wie ein Stein!

1 Gefällt mir

1 thought on “Magisches Mystras”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.