Echte Elternzeit
Reisen mit Baby – Thema Gesundheit

Reisen mit Baby – Thema Gesundheit

Ich bin keine Ärztin und schliesse für den folgenden Text Fehler oder Mängel NICHT aus. Es handelt sich um meinen persönlichen Kenntnisstand auf Basis der Informationen meiner Kinderärztin oder Hebamme.

„Sie müssen nicht alle Ihre Kinder impfen, nur die die Sie behalten wollen“

Auch wenn ich grundätzlich nicht über Lebens-, Familien- und Erziehungsmodelle urteile, eine Ausnahme mache ich: Impfen. Hier gibt es nix zu diskutieren. Die Gesundheit von Kindern durch Impfverweigerung aufs Spiel zu  setzen ist inakzeptabel. Krankheiten die lebensbedrohlich sind und/ oder zu schweren Behinderungen führen können, dabei aber vermeidbar sind, müssen verhindert werden. Wer nicht impft gefärhdet nicht nur seine eigenen Kinder grob fahrlässig, sondern vor allem all jene Menschen, die aufgrund ihres Alters oder bestehender Erkrankungen nicht geimpft werden können und auf den Herdenschutz angewiesen sind. (Beispielsweise Babys unter einem Jahr, die noch nicht gegen Masern geimpft werden können, wohl aber daran sterben). Inklusion in Kindergärten und Schulen setzt voraus, das die Gesunden ihren Teil der gesellschaftlichen Verantwortung tragen.

Dementsprechend war unser Abreisedatum abhängig von der Durchimpfung des Kindes. Gemäß der Stiko-Empfehlung sind kürzestens innerhalb der ersten 4 Lebensmonate alle Impfungen durchführbar. Da unser Sohn auf die erste Sechsfachimpfung gut reagierte, haben wir uns an diesen Zeitplan gehalten. Zusätzlich zur Stiko Empfehlung liessen wir die Impfung gegen Meningokokken B durchführen. Der Angstgegner unserer Kinderärztin, da es mit harmlos wirkendem Fieber ohne weitere Symptome beginnt und somit schnell übersehen werden kann. Dann kann es aber binnen Stunden zu einem kompletten Systemzusammenbruch führen. In Deutschland sind letztes Jahr zwar nur etwa 100 Kinder daran erkrankt aber ganze 20% sterben daran. Daher ist die Impfung in einigen europäischen Ländern bereits Standard und vermutlich wird auch die Stiko es im nächsten Jahr aufnehmen. Heute schon übernehmen viele deutsche Krankenkassen die Kosten dafür.

Die nächsten Impfungen sind dann mit 12 Monaten fällig, wir haben also ein gutes Zeitfenster von 8 Monaten für eine schöne lange Reise. Eine Ausnahme gibt es. Es gibt jetzt eine Masernimpfung, die schon mit 9 Monaten gegeben werden kann. Wir haben uns das genaue Medikament aufschreiben lassen und werden, wo auch immer wir dann sind, dieses auf eigene Kosten impfen lassen und sollten das dann von der Krankenkasse erstattet bekommen. Masern sind leider, obwohl fast schon ausgerottet, in Europa wieder auf dem Vormarsch. Insbesondere in Deutschland, Rumänien und Italien sind die Fallzahlen wieder jährlich im 4-stelligen Bereich.

Wer weitere Reisen plant, kann sich übrigens an die Institute für Tropenmedizin wenden, diese geben die fundierteste Reiseimpfberatung.

Krankenversicherung

Bei normalen Urlaubsreisen kennt man es ja eine Auslandsversicherung bei der eigenen Krankenkasse abzuschliessen. Meist schon für etwa einen Zehner zu haben und völlig unproblematisch. So gingen wir davon aus, dass dies auch bei unserem Reiseplan so ist.

ACHTUNG WICHTIG

Wenn man länger als sechs Wochen Deutschland verlässt, benötigt man eine sogenannte Langzeit Auslandskrankenversicherung! Diese sind leider deutlich teuer. Hier geht es nach Alter der Versichterten, genauer Dauer des Aufenthaltes und Reiseziel. Wir sind erst kurz vor Start auf diesen Fakt gestoßen. Nach Vergleich haben wir eine beim ADAC abgeschlossen, für Mitglieder ist es hier etwas günstiger. Allerdings liegen die Anbieter alle sehr nah beeinander. Für uns drei, für knapp acht Monate, innerhalb der EU hatten wir satte 850€ zu berappen. Ein heftiger Kostenpunkt, der unbedingt rechtzeitig in euren Finanzplan eingerechnet werden muss, wenn ihr ähnliches plant!

Reiseapotheke fürs Baby

Folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt sicher nicht ein Gespräch mit eurem Kinderarzt. Unsere Reiseapotheke ist die Summe aus Empfehlungen einer befreundeten Profimama, der freundlichen Apothekerin und natürlich unserer Kinderärztin.

  1. Ein Fieberthermometer. Babys bekommen schnell mal Fieber, dann ist es wichtig zu wissen, ob es so hoch ist, dass es behandlungsbedürftig ist oder gar einen Arztbesuch erfordert.
  2. Etwas gegen Fieber und Schmerzen. Wir haben einmal Zäpfchen auf Paracetamolbasis und einen Fiebersaft der auf Ibuprofen basiert. Wir hatten bisher keine Gelegenheit (glücklicherweise) herauszufinden was davon unser Sohn besser verträgt. Wenn man das bereits weiß, genügt sicher auch eine Variante
  3. Schnell gefährlich wird bei Babys Dehydration, das ist es was Durchfall und Erbrechen schnell kritisch machen kann. Daher haben wir eine Elektrolyt-Glucose-Mischung dabei, mit der man die Zwerge im Fall des Falles ein wenig aufpäppeln kann.
  4. Ein Medikament gegen Erbrechen, siehe Punkt drei.
  5. Generell ist Verdauung ja etwas was Babys Körper erst lernen muss, wenns mal gar nicht „läuft“ sind Kümmelzäpfchen hilfreich um Verstopfung zu lösen. Achtung, die Wirkung tritt binnen Sekunden ein und hat etwas explosives!
  6. Bei Blähungen haben wir zum einen eine Bäuchleinsalbe auf Kümmelbasis dabei und wenn das nicht genügt ein Liquid zum schlucken.
  7. Erkältungen sind auch bei den Kleinsten ein Evergreen, dafür haben wir Nasentropfen dabei. Manche sind da ja dagegen weil Erkältungen bei grundsätzlich gesunden Kindern auch ohne Medikamente vorrübergehen. Ich selbst habe aber das Gefühl zu ersticken, wenn ich nicht durch die Nase atmen kann und habe daher für mich genauso wie für meinen Sohn etwas dabei.
  8. Augentropfen gegen Bindehautentzündung. Von Bindehautentzündungen ist mein kleiner Neffe geplagt, daher haben wir auch das vorsichtshalber mit. Man weiß ja nicht, ob die Prödisposition dafür in der Familie liegt. Bisher blieben wir aber verschont.
  9. Soor ist ebenfalls eine häufige Erkrankung bei Säuglingen, dagegen haben wir ein Gel dabei.
  10. Als letztes haben wir noch homöpathische Zäpfchen gegen Unruhezustände dabei. Ich bin zwar absoluter Skeptiker gegen Homöopathie aber diese Dinger sollen beim Zahnen spürbar helfen. Ich werde berichten wenn es soweit ist.

Babyreiseapotheke

Allzweckwaffe Heilwolle

Auf Heilwolle stiess ich während meiner kurzen aber extrem schmerzhaften Phase des Stillens. Nichts half die lädierten Brüste verheilen zu lassen. Cremes führt zu Nässen. Einlagen beendeten zwar das Nässen aber förderten nicht die Heilung. Heilwolle verbindet beides. Die Fasern nehmen Feuchtigkeit auf, das Lanolin unterstützt die Wundheilung. Nachdem auch die Kaiserschnittnarbe davon profitierte, verwende ich es heute für jegliche wunden Stellen von Sohnemann. Das Zeug ist einfach Gold wert.

Da ich vorher nie davon gehört habe und es weder in Apotheken noch in Geschäften für Babyzubehör zu finden war, möchte ich das hier so explizit ansprechen und empfehle es wirklich jeder werdenen Mutter auf Vorrat zu haben. Wer etwas mehr über Fettwolle (Heilwolle) und Lanolin lesen möchte kann dies auf heilwolle.net tun.  Kaufen kann man sie z.B hier und nein, ich bekomme kein Geld für diese Lobpreisung, das ist wirklich Überzeugung.

Heilwolle gegen Windeldermatitis

Sonnenschutz

Sonnenschutz ist für mich ein ganz klares Gesundheitsthema und wird bedauerlicherweise immer noch von zu vielen Menschen unterschätzt. Hautkrebs ist in den allermeisten Fällen vermeidbar und die Folge von zuviel Sonne. Er tritt meist erst viele Jahre nach den Sonnenbädern auf und jedes einzelne Sonnenbad kann für die eigene Haut eines zuviel sein. Wer jetzt denkt: Was solls, dann lass ich mir das Stück Haut im schlimmsten Fall eben rausschneiden…der möge bedenken, dass schwarzer Hautkrebs im Schnitt nur sechs Monate nach der ersten Krebszelle in Lunge, Leber und/oder Nieren streut. So die Aussage des Onkologen der den Hautkrebsfall in meinem Umfeld betreute.

Die Haut von Babys hat null Eigenschutzzeit, es gibt hier also kein „Zuviel“ an Sonnenschutz. Abgesehen von Sonnencreme und Hüten, hier noch eine Empfehlung von Surfern: Unsereins verbringt viel Zeit am Strand und auf dem Wasser. Auf dem Wasser ist die Strahlenbelastung durch die Reflexion des Wassers sogar noch höher als an Land. Daher sind sogenannte Lycras sehr beliebt. Shirts in allen Farben die einen Schutzwert von etwa 50LSF haben, der sich nicht abnutzt oder abwäscht. Angenehmer Nebeneffekt: das Material wirkt schon bei einem winzigem Windhauch angenehm kühlend. Jetzt gibt es diese Teile auch als Anzüge für Babys und Kinder. Sie ersparen einiges an Eincremearbeit, welche die meisten Kinder nicht ausstehen können und sehen auch noch echt süß aus. Sie können auch im Wasser getragen werden und trocknen danach extrem schnell. Wir haben drei davon im Gepäck.

Sonnenschutzkleidung fürs Baby

Notrufnummern und Ärzte

Einzige sonstige Vorsichtsmaßnahmen von uns, ist die Kenntnis der jeweiligen Notrufnummern, vollständig zu finden bei wikipedia und dass wir uns nicht in allzu einsame Gegenden verirren. So etwa nach dem Motto: wo wir einheimische Kinder sehen, wird auch unseres überleben können. Auch in Griechenland und gewiss all unseren anderen Reisezielen gibt es Ärzte und Rettungsdienste. Wenn wir unterwegs sind, halten wir immer Ausschau nach Ärztehäusern und bisher haben wir immer welche in der Nähe entdeckt. Ein bischen Vertrauen in die Robustheit des eigenen Kindes und im Ernstfall in die medizinische Versorgung in Europa muss man vielleicht einfach haben.

 

Wenn ihr Ergänzungen habt, schreibt diese gerne in die Kommentare!

 

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