Echte Elternzeit
Wochenende in Bildern II

Wochenende in Bildern II

Dieses Wochenende hatten wir viel vor, viel Strecke. 1311 Kilometer sind es geworden.  Dieses Unterwegsgefühl ist wichtiger Teil unserer Elternzeit, daher noch einmal ein Wochenende in Bildern zum Daranteilhaben. Eines von vielen Wochenenenden in Bildern die von Elternbloggern veröffentlicht werden.

Freitagabend

Ich beginne unser Wochenende diesmal schon mit dem Freitagabend, da sind wir nämlich auf die Fähre von Griechenland nach Italien gefahren. Unserem ersten Elternzeitreiseland mussten wir schon Adieu sagen. Schön wars aber nun auf zu neuen Ufern.

 

Patras

Diese Fähre erlaubt Camping an Bord, das heisst man darf im eigenem Wohnmobil übernachten. Das Parkdeck ist an den Seiten offen und hat dort kleine Nischen. Dahinein hatten schon einige andere Camper ihre Klappstühle gestellt und es sich gemütlich gemacht. Eine Nische war noch frei. Dekadenz muss manchmal sein, also rollten wir sogar einen Teppich aus. Okay eigentlich war der nur für Zwergis Füsschen bestimmt. Momentan ist sitzen schon wieder langweilig, dafür aber stehen voll angesagt.

 

Babyfuss in Elternzeit

Das macht ganz schön müde. Dadurch wird sogar mal kurz ohne Eltern geschlafen und wir genießen auf unserem kleinem privaten Sonnendeck fünf Minuten Paarzeit.

 

Paarzeit in Elternzeit

Die Mondfinsternis in der Nacht lassen wir uns natürlich auch nicht entgehen. Allerdings ist es ohne das richtige Equipement gar nicht so leicht ein gescheites Foto davon zu bekommen. Immerhin für ein passables Bild des Blutmondes reichte es.

Blutmond von der Fähre

Samstag

Halb fünf möchte der junge Herr sein erstes Frühstück. Diesmal kann ich danach irgendwie nicht mehr einschlafen und schlurfe über das scheinbar menschenleere Schiff.  Immerhin werde ich mit einem wunderschönen Farbspiel zum Sonnenaufgang belohnt.

 

Frühstück in unser Nische mit Aussicht. Besser kann es auf Luxuskreuzfahrt auch nicht sein.

 

Der Sohn hat derzeit ein wenig das Interesse an Brei verloren, unser Essen ist viel spannender. Tja keine Zähne, keine Kekse. Wir drängeln nicht und geben ihn von allem, was uns unbedenklich erscheint, ein Stück zum lutschen in die Hand. Heute macht ihn ein Stück Birne selig und ich darf dabei meinen Kaffee trinken.

 

Die Fähre erreicht Bari um neun Uhr Morgens. Unser Plan sieht dringendes Shopping vor und wenn alle gut drauf sind, noch ein paar Kilometer Richtung Siena schaffen. Dort verbringen liebe Freunde ihren Urlaub und wir wollen sie unbedingt treffen. Nach drei Monaten in der Fremde fehlen Familie und Freunde allmählich sehr. Egal wie schön die Reise ist, die Lieben sind nicht substituierbar.

 

Rathaus BariDas Shopping ist leider im wichtigsten Punkt nicht erfolgreich. Das Milchpulver geht zur Neige und hier sind keine Kompromisse drin. Ein Supermarkt, eine Drogerie, zwei Babyausstatter und zwei Apotheken. Nur in einem Laden gab es überhaupt Milchpulver aber leider nicht unsere Sorte. Etwas Reserve haben wir noch, in Deutschland hatten wir den halben Zwischenboden des Wohnmobils mit Dosen vollgepackt. Wenn wir die ganze Woche nicht fündig werden, müssen wir irgendwo ein wenig stationär werden und das Zeug online bestellen.

 

Dafür hatten wir Glück mit einer Kraxe. Unsere Trage für den Kleinen ist zwar für sein Alter eigentlich noch ergonomisch besser aber der direkte Körperkontakt ist für beide Beteiligte bei den aktuellen Temperaturen unerträglich. Ich hatte schon manches Mal Sorge um sein erhitztes Köpfchen. Das Modell was wir hier gefunden haben, hat ein Netz im Rücken des Tragenden und das Kind sitzt nicht ganz eingezwängt. Auch wenn der erste skeptische Blick auf dem Bild noch zweifelnd ist, freute er sich schon kurz darauf über die Aussicht und an Mamas Haaren ziehen zu können und baumelte fröhlich mit den Beinen.

 

Baby in Kraxe

Immerhin etwas über 200km haben wir danach noch geschafft. Immer an der Küste hoch, dabei gibt es immer wieder wundervolle Panoramen zu entdecken.

 

Autobahn Elternzeitreise

Unser Limit ist stets V.’s Gemüt. Im Kindersitz, der ja letztlich eine Art luftdichte Plastikschale ist, schwitzt er stark und kann sich kaum bewegen. Meist ist nach zwei Stunden Schluss und er fühlt sich sichtlich und unüberhörbar unwohl. So auch heute und wir steuern einen Campingplatz an.

 

Seltsamer Platz. Wirklich unglaublicher Ausblick, der für vieles entschädigt aber Regeln strenger als in der katholischen Mädchenschule. Nur vollständig bekleidet darf man an die Bar zwischen Campingareal und Pool. Bier in Badehose – absurder Gedanke. Im Restaurant gibt es keine Drinks, die bekommt man nur an der Bar 10m daneben, wohin der Kellner auf gar keinen Fall gehen darf. Aber das Highlight ist die Badekappenpflicht im Pool. Ich wusste nichtmal, das die Dinger noch hergestellt werden. Die armen Teenager, die hier versuchen die ersten Flirts nicht zu vermasseln und einen Kuss zu ergattern, von dem sie nach den Ferien berichten können. Da ist so ein Optikkiller doch echt die Höchststrafe.

Sonntag

Es steht fifty-fifty ob wir heute bis Siena kommen. Um den Entscheider wohl zu stimmen wird bereits nach dem ersten Frühstück, nachdem wir normalerweise alle drei noch eine Runde weiterschlafen, aufgestanden, geduscht, gefrühstückt und rumgealbert um wach zu bleiben. Dann die zweite Portion Milch und direkt in den Kindersitz zum weiterschlafen. Hierbei sind drei Dinge unersetzlich geworden: das Verdunkelungsrollo, das Mobile und der Miniventilator mit USB Anschluss. Damit stehen die Chancen gut wenigstens 200km fahren zu können.

 

 

 

 

 

 

Wir kommen bis zur ersten Beschwerde bis nach Macerata. Ein kleines Städtchen mit hübscher Altstadt. Die liegt um die Mittagszeit an einem Sonntag zwar völlig verlassen in der Sonnenglut aber ein offenes Restaurant finden wir.

Danach noch einen kleinen Verdauungsspaziergang bis wenigsten einer von uns nach einem Mittagsschlaf verlangt. Timing ist ja alles am Tagen, die auf der Straße stattfinden.

 

Und weiter geht es Richtung Siena.

 

Unsere Freunde müssen leider noch warten, heute ist alle Geduld ausgereizt. Mit Baby muss man flexibel Reisen, dafür ist das Wohnmobil schließlich auch gedacht.

Immerhin bis zum Lago Trasimeno sind wir gekommen. Jetzt in der Hochsaison ist Spontanität manchmal ziemlich schwierig , zum Beispiel wenn man mal eben schnell einen Platz für die Nacht sucht. Erst der dritte Platz nahm uns auf. Ein richtig schöner ohne Klimbim und Clubgedöns und vor allem ohne preußisch militärisches Regelwerk. Dafür wieder einen wundervollen Sonnenuntergang am Wasser, meine kleine kitschige Schwäche.

Sonnenuntergang Lago Trasimeno

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